Roter Faden, Nr. 12/2010

Kaum gelingt einmal ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität, wie jetzt erst kürzlich, als eine georgische Mafiabande zerschlagen werden konnte, die in Wien und Gesamtösterreich für tausende Einbrüche und Diebstähle verantwortlich sein sollen, schon melden sich kritische Stimmen zu Wort.

Von Gutmenschenorganisationen wie „Zara“ oder tapferen Vorkämpfern für „Menschenrechte“ wie Frau Brickner, die regelmäßig den „Standard“ mit ihren Kommentaren bereichert, wird nun bemängelt, daß die Polizei ihre Fahndungserfolge ausschließlich auf „rassistischer“ Grundlage gelang. Grund für das laute „oiwej-Rassismuswehklagen“ ist das bei den Polizeiermittlungen durchgeführte „ethnic profiling“. Systematisch haben die Ermittlungsbehörden alle in Österreich lebenden Georgier befragt – laut „Zara“ etc. – handelt es sich bei nach rein ethnischen und Staatsangehörigkeitskriterien durchgeführten polizeilichen Überprüfungen um ethnic profiling – und dieses sei, wie sollte es auch anders sein, Ausdruck von Rassismus.

Immerhin folgt auch eine überaus interessante Begründung: „Um zu verstehen, wo das Problem liegt, stelle man sich vor, man lebe als Österreicher (oder Angehöriger eines anderen Staates) ohne ausgeprägte kriminelle Energie in einer großen Stadt eines anderen Landes – etwa, um dort zu studieren. Eines Tages nun stehe die Polizei vor der Tür, verlange den Ausweis und schaue sich in der Wohnung nach ‚Gästen‘ um. Begründung: Es würden auf Anordnung von oben alle Österreicher (oder Franzosen, Briten, Türken …) überprüft. Wie würden Sie sich fühlen? Beruhigt, weil die Polizei brav ihrer Arbeit, der Ordnungssicherung, nachgeht? Oder vielleicht doch beunruhigt – und außerdem zornig –, weil Sie nicht verstehen würden, wie Sie, nur weil Sie Österreicher (oder Franzose, Brite, Türke …) sind, in die Verlegenheit kommen?“ Denn, daß „Inakzeptable beim ethnic profiling ist der Generalverdacht gegen eine bestimmte (Volks-, Hautfarben-) Gruppe als Ganzes. Ein solcher Generalverdacht ist oftmals vorurteilsbedingt – und schürt die Vorurteile noch weiter.“

Vor allem wenn man bedenkt, wozu die Polizei bei ihren Ermittlungen noch fähig ist: „car profiling“, wenn ein Täter mit einem dunklen Lieferwagen flüchtig ist und alle derartigen Fahrzeuge im Zuge von Kontrollen angehalten und überprüft werden, und die hellen nicht. Oder „resident profiling“, wie schon so oft bei Sexualverbrechen, wo alle Personen eines Ortes oder einer bestimmten Gegend im Zuge von Ermittlungen zu Abstrichen für DNA-Proben gebeten wurden, was zudem bestimmt auch noch unter „gender profiling“ fällt, da sehr häufig nur Personen männlichen Geschlechts die Zielpersonen der polizeilichen Bemühungen sind. Oder …

Ist es nicht geradezu schrecklich und ganz, ganz furchtbar? Immer diese unguten spezifischen Polizeiermittlungen. Es scheint ja fast so, als ob die immer nach irgendwelchen Kriterien sortieren oder auswählen.