16.–22. April 2010
Österreich:
Linke Medienhetze gegen Rosenkranz
Seite 4
Ungarn:
Rechter Wahlsieg bringt Zeitenwende
Seite 7
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Es ist geradezu amüsant. Im Mai 2008 wurde in Berlin das „Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“ mit großem Getöse eingeweiht. Nun, noch nicht einmal zwei Jahre später, ist ein Streit um das Mahnmal für die wamen Brüder entbrannt. Auch der Begriff der bösen „schwulen Lobbyisten“ macht die Runde, den man ja sonst, so wird immer behauptet, nur aus dem Munde von erzkonservativen und rechten Personen zu hören bekommt. Interessanterweise steht aber derzeit Alice Schwarzers feministische Frauenzeitschrift „Emma“ mit den Schwulenlobby im Clinch – ein wahrer Zickenkrieg. Grund für das Debakel ist, daß im Inneren des Mahnmals, einem 3,60 Meter hohen und 1,90 Meter breiten Betonquader, ein durch ein Fenster einsehbares kurzes Video zweier sich küssender Männer zu sehen ist. Das emanzipatorische Kampfblatt forderte eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus’ und sammelte vor der Eröffnung des Mahnmals 1.500 prominente Unterstützer. Daraufhin kam es zu einer Vereinbarung zwischen dem Kulturstaatsminister, dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die die zweijährige Auswechslung des Videos vorsieht. Nun ist es soweit, und die Chancen stehen gut, daß auf dem gleichgeschlechtlichen Kußvideo diesmal Frauen zu sehen sein werden. Dagegen läuft jetzt die Schwulenlobby Sturm und fühlt sich offensichtlich, wie schon andere Gruppen, in ihrer Einzigartigkeit als Opfergruppe bedroht. Denn ein lesbisches Video würde, so ist die Meinung von 25 Homosexuellenaktivisten, Wissenschaftern und Leitern der deutschen KZ-Gedenkstätten Buchenwald, Dachau und Ravensbrück, „zu einer Verzerrung und Verfälschung der Geschichte wie des Andenkens an die Verfolgten führen“. Zudem würde ein neues Video das Andenken an die Opfer für gegenwärtige Interessen instrumentalisieren, die Botschaft verzerren. Um ihre Schwuleninteressen nicht auf dem Altar der Political correctness und der Gleichberechtigung opferen zu müssen, brachten sie ihren Mißmut in einem offenen Brief an Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) zum Ausdruck. Ihrer Meinung nach sei es „historisch nicht zu belegen, daß lesbische Frauen im Nationalsozialismus individueller Verfolgung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgesetzt gewesen seien“. Zwar wären auch lesbische Frauen in Konzentrationslagern gewesen, doch hätte das andere Gründe gehabt: „Das waren entweder Jüdinnen oder Zeugen Jehovas oder sind wegen einer anderen Tatsache im KZ gelandet“, so Alexander Zinn vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg, der den Brief verfaßt hat. Lesbische Aktivistinnen erklären dagegen, daß die Verfolgung von Lesben als „Asoziale“ auch ohne ein ausdrückliches Gesetz stattgefunden hat und wollen von ihren Forderungen keinen Fußbreit weichen. Der Streit dürfte also noch dauern. Bleibt nur zu hoffen, daß die Ästhetik auch eine Rolle spielt …